Ein Buch über die Geschichte, die Hände und Füße erzählen („Die Spuren der Seele“ von Rüdiger Dahlke und Rita Fasel), hat mich sehr interessiert. Nun bin ich ein Leser, der sich wenig vom Text merkt, und so bin ich mit Sicherheit kein Hand- und Fußleser geworden. Aber eine Aufforderung der Autoren ist mir geblieben und dafür bin ich dankbar und versuche nun auch, sie nicht zu vergessen. Es geht um den bewussten Kontakt der Füße mit dem Boden auf dem sie stehen; darum, die Verbindung zwischen beiden zu spüren. Mir war zuvor nicht bewusst, dass ich oft meine Zehen (meine Krallen) einrolle – einziehe. Jetzt nehme ich es wahr und fühle wie wohl es tut, mit dem ganzen Fuß aufzutreten.


Nähe und Ferne – nur scheinbare Gegensätze.

Wenn ich meine zwei Fotos hernehme, sehe ich auf dem ersten einen kleinen Ausschnitt aus der Wiese, auf der ich stehe und auf dem anderen, die Landschaft, die vor mir liegt. Sie gehören zusammen, sind Eins. Ohne das Eine gibt es das Andere nicht.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine große Sache braucht es, um ein Held zu sein. Jeden Tag, ergäbe sich die Gelegenheit, Mut in kleinen Dingen zu zeigen. Ist es nicht besser, dort beherzt zu handeln, als von den großen Taten lediglich zu träumen?


Ich wünsche uns, dass es gelingt, das frische Blatt mit der Überschrift

2016

so zu füllen, dass jeder am kommenden 31. Dezember, freien Herzens seine Unterschrift darunter setzen kann, wissend, dass sein Blatt nur ein Blatt des großen Buches ist.


Da waren sie. Ein Mann, eine Frau. Sie unterschieden sich in nichts und in allem von den anderen. Sie hatten Bedürfnisse, Nöte, Verlangen. Sie waren der Stein eines Hauses, der Tropfen eines Sees, ein Strahl der Sonne, der Hauch eines Sturmes, ein Staubkorn der Erde, aber auch das Haus, der See, die Sonne, der Sturm, die Erde selbst. Sie waren Same und Frucht. Frühling und Winter. Sonne und Mond. Tag und Nacht waren sie auch. Sie konnten sehen und sie konnten blind sein, sich bewegen und starr sein, sprechen und schweigen, hoffen und verzagen. Sie waren Dies und Jenes, Eins und Alles.

Und dann kam das Kind. Und das Kind war wie sie. Vielleicht hatte es, vielleicht zeigte es, ein bisschen mehr von dem, und ein bisschen weniger von jenem. Ein Kind, geboren in und geprägt durch seine Welt. Ein Kind, wie Du und ich.


Da gibt es die einen und da gibt es die anderen. Die einen sind unter sich. Die anderen auch. In jedem von den beiden Grätzeln werden die Köpfe zusammengesteckt und scheel wird zu denen auf der anderen Seite geschaut. Und dann geht es auch schon los – das Schimpfen aufeinand. Das Hinausplärren der eigenen, unerschütterlichen, befestigten, betonierten Meinung. Und wenn die beiden Grüppchen auch dieselbe Sprache sprechen, verstehen sie einander nicht. Das Gebrüll der einen prallt auf das der anderen.

Brückenbauer bräuchte es ... für die Montagues und Capulets der verschiedensten Bereiche.


Geteilte Erfahrung

Eine gute Wintercreme - ich verwende sie das ganze Jahr über.

200 g Oliven-, oder Raps- oder Mandelöl

30 g Bienenwachs

Wenn man mag, 15 Tropfen von einem ätherischen Öl, von dem man weiß, dass man es gut verträgt.

Zubereitung:

Öl und Bienenwachs im Wasserbad erwärmen. Wenn das Wachs geschmolzen ist und sich mittels gutem Umrühren mit dem Öl vermengt hat, das Gemisch aus dem Wasserbad nehmen und den Duft dazugeben. Nochmals gut durchrühren. Kühl stellen und anschließend aufmixen. Eine Menge in einen Tiegel füllen - den Rest kühl und dunkel aufbewahren.


Ab und zu beruhigt der Bauch den Kopf und dann wieder der Kopf den Bauch.

Ich habe Bauch & Kopf - und das ist schon gut so.


 

 

 

 

Manchmal

zeigt

sich

die

Himmelstreppe

zum

Greifen

nah.

Man

bräuchte

nur

einen

Fuß

vor

den

anderen

zu

setzen.


 

 

 

 

 

 

Vielleicht ist der Tinnitus

das Folgetonhorn meiner inneren Stimme.

Denn im Maß meines Verbiegens

steigert sich sein Klingeln.


Vater und Mutter Staat


Lange Zeit habe ich mir nicht viele Gedanken zur praktizierten Politik gemacht. Aber jetzt drängt sie sich unaufhörlich in meinen Kopf, vor mein Gesicht. Ein Wegschauen ist nicht mehr möglich. Es ist allgemeine Unsicherheit, Angst, die das Jetzt mit sich bringt. Die Gräben, die sich durch Hetze von JEDER Seite zwischen den Menschen auftun, werden immer größer. Die Brücke zwischen beiden Ufern kann einzig und allein, ein Hinhören sein. EIN HÖREN DA WIE DORT. Ich glaube an das Gute im Menschen. Hinter jedem steht eine Geschichte, die ihn prägt, die ihn wahrnehmen lässt. Wahrnehmung hat viel mit der eigenen Befindlichkeit zu tun. Ob man sein Auskommen hat, spielt dabei eine große Rolle. Nicht nur, natürlich. Aber, steht es um das Geldbörserl schlecht, ist es fast nicht möglich, sich sicher und geborgen zu fühlen. Besonders dann, wenn man schon älter und/oder krank ist. Wir leben in einer Gesellschaft, die kostet und ist die eigene Existenz bedroht – sieht man rot. Da gibt es kein Umhin. Wir sind Menschen und haben den Urinstinkt „Überlebenwollen“. Existenzängste besetzen. Und die Gelassenheit tibetischer Mönche haben wohl die wenigsten von uns.

 

Nicht erst seit diesen Tagen habe ich das Gefühl, dass die Menschen, die unsere Regierungsgeschäfte führen, ohnmächtig, handlungsunfähig sind. Wie das gekommen ist, weiß ich nicht. Glauben tue ich, dass das Gefährt viel zu groß, zu schwer geworden ist. Und, dass jeder hinter dem Steuer sitzen möchte, und wenn er es nicht kann, so greift er zumindest in das Lenkrad. Und das alles bei lautem Geschrei. Niemand kann sich da auf die Sicht nach vorne konzentrieren. Ein Apparat, der sich gegenseitig aufreibt.

 

Ich stelle mir die Frage nach dem Sinn, dem Nutzen, der Aufgabe eines Staates. Würde ich das Gefühl haben, dass alles gut und richtig liefe, käme ich gar nicht auf die Idee. Doch, wenn ich mir anschaue, wie agiert wird – nicht nur hier, sondern auf dieser Welt, da steht für mich fest, dass Vieles nicht stimmt. An der Kreuzung, das Ziel aus den Augen verloren, sind „wir“ dem Wegweiser „Verrohung“ gefolgt. Eine Umkehr ist notwendig. Der einzige Schritt nach vorne kann nur mehr einer zurück sein.

 

In meiner Wunschvorstellung ist der Staat ein großes Elternhaus, in dem sich seine Kinder tummeln. Die Regierung ist somit Vater & Mutter. Sie schafft die Rahmenbedingungen, in denen ich mich dann SELBSTVERANTWORTLICH gut entwickeln kann, in denen ich mich geborgen und aufgehoben fühle. Ich schließe ganz einfach von Familie auf Staat – warum nicht? Warum sollte es nicht so einfach sein? Warum nicht den Staatshaushalt als Einnahmen/Ausgaben-Rechnung sehen. Als Kassabuch, das die Eltern führen, um das Vorhandene, verantwortungs- voll zum besten Wohle ALLER einzusetzen. Vater und Mutter, die mir als Vorbild in Ehre und Anstand vorangehen.


Vielleicht bin ich naiv. Mag sein. Es darf sein.


Heut' brauche ich kein Nachttischlicht.

Gold'ner Schein streift mein Gesicht.

Keine Wolke verdeckt die Pracht

dieser schönen Vollmondnacht.

 

Ich lieg in meinem Bett und spür

die Wärme dieses Lichts auf mir.

In meinem Kopf, da zieht der Tag nochmals vorbei,

mit Spiel, mit Spaß und Streiterei.

 

Auf ... zu ... auf ... zu ...

 

Meine Augen, meine Ohren

werden in den Schlaf geboren.

Tief drin in mir und auch um mich

kehrt Ruhe ein

so wonniglich.


Mir scheint, wir leben in einer immer größer werdenden Seifenblase. Wir sind berauscht von den bunt schillernden, schrillen Regenbogenfarben und nehmen dabei nicht wahr, wer oder was dieses monströse Gebilde aufbläst. Es ist die Gier, getrieben von selbstsüchtigem Eigennutz, dessen entströmender Atem Skrupellosigkeit heißt. Es ist nicht leicht, den üblen Geruch wahrzunehmen, denn synthetisch beduftete Narkotika benebeln die Sinne.

Was bleibt dem, der in einem wachen Augenblick doch dahinterriecht? Ausschließlich ein Zurücktreten! Oder zumindest Stehenbleiben, Innehalten, Verweilen, Erinnern. Und dann ein Handeln, das für reine Luft sorgt oder, besser gesagt, eines mit möglichst wenig Abgasen. Damit platzt die eigene Seifenblase und – plopp, plopp, plopp (nach dem Gesetz der Multiplikation) - stehen wir alle irgendwann wieder unterm freien Himmel und lassen das leise Wunder Regenbogen in seiner natürlichen Form - halt nur ab und zu - auf uns wirken, das ja gerade deswegen so wundervoll erscheint.


Österreich – ein Dorf mit neun Häusern.

Warum sollte es nicht so einfach sein?

In jedem Haus: Vater und Mutter.

Liebevoll Verantwortung tragend für ihre Kinder.

Und im Obergeschoß: die Großeltern.

Weise, wissend, mit Weitblick.


 

 

Staumauer

gebaut im Herzen

gegen die Flut der Tränen

um sich vor dem Schmerz zu schützen.

 

Trockenheit als Folge macht dumpf, stumpf.

 

Doch besser, das Bächlein rinnen zu lassen

als gänzliche Dürre oder

das Ersaufen nach dem

Bruch des Steinwalles

der dem Druck nicht mehr standhält.


"Du bist gut, Du bist gescheit, Du bist schön. Ich liebe Dich!“ - das sind die Worte, die Eltern ihren Kindern bedingungslos in die Wiege legen sollten. Bleiben sie aus, oder gibt es gar die gegenteilige Aussage, den gegenteiligen Ausdruck, entsteht eine Wunde, die sich nur schwer wieder schließen lässt. Sie heilen zu lassen, sich aus alten Prägungen zu befreien, ist kein leichtes Unterfangen, denn da muss der Verstand das weinende Herz trösten. Und doch ist es, um seiner selbst willen, unabdingbar.


Neben den angreifbaren, fühlbaren Gefängnismauern, gibt es auch noch die eigenen, die einen selbst angreifen, weil sie oft nicht wahrnehmbar sind und damit hartnäckig die wahre Freiheit behindern. Der Gefängniswärter, -direktor ist man selbst. Zunächst gilt es, die einengenden Mauern zu fühlen, sie sichtbar zu machen, und  dann den Schlüssel zu finden und aufzusperren. Das endgültige Hinaustreten wird noch einmal Kraft kosten.