Bine, meine kleine Puppe,

ißt so gern Gemüsesuppe.


Mein Kindlein sitzt beim Mittagstisch.

Ganz vornehm sag' ich: "Heut gibt's Fisch!"


Da verzieht sie ihr Gesicht:

"Mama, Du weißt, den mag ich nicht!"


"Morgen, liebes Kindelein,

kauf ich am Markt Gemüse ein.

Und dann, Du meine süße Puppe,

gibt's einen Topf Gemüsesuppe."


Gedanken zu Bildung ...


In unsere Sprache gibt es Wörter, die keinen guten Einfluss auf uns haben und trotzdem positiv besetzt sind. Im Zusammenhang mit unseren Kindern fällt oft das Wort „Neugier“. Ich wünsche mir eine Abkehr von diesem Wort und eine Hinwendung zum „Ich möchte verstehen“, denn das drückt viel eher aus, worum es bei Bildung geht.

„Neugier“ ist die Gier nach Neuem. Es geht nicht um die Sache selbst, es geht nur um den Zustand des „Neuen“. Es geht um die Oberfläche – den Schein, den Glanz oder Unglanz. Das, was uns von unserem eigenen Leben ablenkt. Die Neugier bringt nur vordergründig Spannung und Aufregung in unser Leben. Die Tiefe wird sie kaum befriedigen. Denn das heute Neue ist morgen schon alt und vergessen.

Bildung ist die Fähigkeit, Informationen – Wissen – zu verknüpfen. Es ist das Vermögen, einzelne Teile eines riesigen Puzzles aneinanderzufügen. Sich ein „Bild“ zu machen. Dafür ist der Funke notwendig, der in uns allen sitzt. Im kleinen Kind brennt bereits ein Flämmlein (welches es nach dem Warum fragen lässt), das sich aber oftmals zum Funken verkleinert, da es an Sauerstoff mangelt. Ob er wieder zu einem Feuer entzündet wird, hängt von der liebevollen Begleitung von Menschen, den Um- und Zuständen, aber auch von einem selber ab, denn irgendwann hat man nicht mehr die Ausrede auf die Bedingungen in der Kindheit/Jugend.

Bildungswille – der entzündete Funken – lässt uns sagen: „Ich möchte etwas erfahren, das ich noch nicht weiß. Ich möchte begreifen, wie alles zusammenhängt. Ich möchte verstehen.“

Zur wahren Bildung kommt für mich, aber noch eine Dimension hinzu. Nähme man an, Bildung wäre ein Gebäude, eines an dem stets gebaut wird – so wäre es doch leer und kalt, würde da drinnen kein warmes, lebendiges Herz schlagen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pausen ...

Sie sind die Rastplätze an der stark frequentierten Autobahn unseres Lebens.


Vom Neugeborenen bis zum Greis.

Der Körper will gehalten und gedrückt werden. Haut will berührt, gestreichelt, massiert werden. Von wohlwollenden Händen. Körperliche Berührungen enden nicht an der Oberfläche. Sie gehen ganz tief hinein - verbinden den Körper mit der Seele. Unschöne, verletzen - liebende, bringen den Himmel.


 

 

 

 

 

 

Aus der Berührung von Herzen

erwächst die allerschönste Blüte.

Die Immerwährende, die den einzigartigen

Namen trägt.


 


Was ich als Mädchen in der Hauptschule auch getan habe.

 

Ich wollte Naturforscherin werden. Ganz besonders gemocht habe ich die Schmetterlinge – die mich auch heute noch bezaubern. Da gibt es ja die verschiedenen Stadien – vom Ei, über die Raupe, die Puppe, den Schmetterling. Ich fand – und finde – das außerordentlich spannend. Und einen Teilprozess wollte ich mitverfolgen. Zuerst habe ich einen Schuhkarton genommen, den Deckel oben großräumig ausgeschnitten und ein durchsichtiges Plastikstück für ordentliches Licht hineingesetzt. Die Schachtel habe ich rundum mit kleinen Luftlöchern versehen, im Garten anschließend Raupen und die dazugehörigen Futterpflanzen gesucht. Wie zum Beispiel die Brennnessel für die Raupe des Tagpfauenauges. Täglich habe ich frisches Futter geholt. Dann kam der Augenblick, wo sich das Räupchen verpuppte. Und nun hieß es warten. Die Spannung stieg und plötzlich war da ein wunderschöner Falter zu sehen, den ich umgehend auch in die Natur entließ. Nur einmal habe ich einen frischgeschlüpften Schwalbenschwanz auf meine weiße Bluse gesetzt – das war in der Früh, kurz vor dem Weg in die Schule. Der hat dann ein Batzerl – den sogenannten Ballast – hinterlassen. Meine Strafe dafür, dass ich ihn nicht gleich seiner Bestimmung übergab.

 

Ob mein Tun in Ordnung ist, habe ich mich damals nie gefragt. Und auch heute plagt mich kein richtig schlechtes Gewissen – ich denke, hoffe, dass die beiden Male, als etwas anders verlaufen ist, auch in der Natur hätten passieren können. Einmal hatte eine Fliege ihre Eier in die Raupe gelegt und bei einem Braunen Bären hatte sich ein Flügel nicht richtig entwickelt.

 

Naturforscher bin ich keiner geworden – ein Liebhaber allemal.


Sommerblumenreigen ...









Welch eigenartige Sprache wir doch haben. Da gibt es gleichlautende Wörter mit verschiedenen – ja fast gegensätzlichen - Bedeutungen. Wie zum Beispiel „Aufgabe“. Da kann man einen Satz daraus machen. „Die Aufgabe der Aufgabe.“ Entstand, die ein Scheitern zum Ausdruck bringende Version des Wortes, aus der schaffenden? Wahrscheinlich. Oder begann jemand, Gescheitertes wieder aufzugabeln? Daraus könnte folgen: „Die Aufgabe als Aufgabe.“ Jetzt ist mein Kopf vollends vernebelt - er wird eins mit dem Morgenhimmel über Wien.

 


Befruchtender Gutenmorgenkuss ...

Gedanken zu Lust in Lindenduft geschwängerter Luft

Sie wird mit uns geboren. Sie gehört zu uns – wir sind eins mit ihr. Sie ist der freudenvolle Motor, der zu Beginn unseres Lebens auf Hochtouren läuft. Sie ist nicht abgespalten und in eine einzige Kiste gesperrt. Wir sind durchdrungen von ihr. Austreiben kann man sie uns nicht – sie ist in uns und will sein. Kommt es durch Eingriffe von außen und später auch von innen zu verstopften Poren, sucht sie sich Kanäle und da kann sie sich auch in eine dunkle, finstre Kraft verwandeln. Sie ist nicht mehr wie zu Beginn unschuldig und gleichmäßig über unser Leben verteilt. Und das ist schade – so schade. Denn sie bringt, wenn man sie nur einfach sein lässt, Freude ins Leben – sie ist Leben. „Werdet wie die Kindlein!“ steht in dem Buch. Auf dass sie wieder auf vielen Ebenen aus und in uns strömen möge ... auf dass unser Leben LUST_IG ist!


Sonnentage sind ein Geschenk.

Strahlt die Sonne, ist der Himmel völlig blank oder nur mit wenigen Wölkchen gespickt, wird uns ein Geschenk zuteil. Es fließt von oben herab eine Kraft, sie dringt bis in die kleinste Zelle. Sie wärmt nicht nur einfach – sie füllt auf. Wie ein leerer Schwamm die Nässe in sich zieht, so laben sich Körper und Seele am Licht, wie ein kleines, aufkommendes Pflänzchen. Stets ist es am Lichtsuchen. Es dreht und wendet sich, um möglichst viel abzubekommen. An diesen Sonnentagen kommt die Fröhlichkeit, die Infriedenheit von selbst. Der Himmelstherapeut werkt für uns.


Stadtblumengärtlein















Ich bin mein eigener Landwirt. Ich kümmere mich um Boden und Samen, um Wasser und Sonne. Ich dünge und jäte mich.


Was so leicht und einfach von oben klingt, ist schwere Arbeit von unten herauf.