Gestern habe ich mein beiden Enkerl mt dem Auto abgeholt. Wir fahren gerade durch ein Dorf. Luis (10) sagt mir den Weg an - ich kenne mich in ihrer neuen Heimat noch nicht so gut aus: "Oma, bitte wie langsam fahrst denn Du? Mir wird schlecht!" Ich: "Da ist eine 30er-Beschränkung!" Luis: "Oma! Kein Mensch hält sich daran!" Rosalie (5): "Bitte Oma fahr schneller, dem Luis wird sonst schlecht!"


 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dass wir den in uns schlummernden heiligen Geist nicht länger unterdrücken und ihm erlauben, sich auszudrücken.


Es gibt so Tage, da vermag der weinende Himmel

den inneren Sonnenschein nicht zu verdrängen

und der dabei entstehende Regenbogen strahlt mit sanfter Gewissheit ...


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter mir Wiese, ober mir, viererlei Blattwerk, ein Fenster in die Unendlichkeit. Neben mir ein Gänseblümchen - der Margerite kleine Schwester. In der Nase den Geruch vom heißen Waldboden, strecke ich meine Hände dem Himmel entgegen.


Es ist endlich an der Zeit, die Kunst von ihrem elitären Schemel zu holen und zu begreifen, dass wir alle Künstler sind. Alle, wirklich alle. Jeder von uns ist sein Bestmöglichstes gebender Akteur. Und mit diesem Respekt sollten wir einander begegnen.


Gestern spielte sich vor meinen Augen eine Szene ab, die sich wahrscheinlich in meinem Leben nicht wiederholen wird. Um die Mittagszeit öffnete ich das Fenster. Endlich ist es wieder so warm, dass man es für längere Zeit offen haben kann. Da zogen zwei Flatterer meine Aufmerksamkeit auf sich. Ungläubig sah ich hin - bis es endlich klar für mich war. Vorneweg flog eine Fledermaus - hinterdrein ein Schmetterling, ein Trauermantel wie sich nach längerem Zusehen herausstellte. 10 bis 15 cm war der Abstand zwischen den beiden. Ob Eintracht war, kann ich nicht sagen. Für mich ergab sich eher der Eindruck, dass der Schmetterling der Fledermaus - aus welchen Gründen auch immer - hinterher jagte. Manchmal sieht man zwei Schmetterlinge in der Luft miteinander turteln ... Das Ganze dauerte einige Minuten - bis dann der Schmetterling auf einmal weg war und sich die Fledermaus wieder in Richtung unseres Hausdaches bewegte, wo sie wahrscheinlich ihren Unterschlupf hat. Da tat sich in meinem Inneren ein gänzlich neues Bild auf. Vorneweg die Nacht - hinterdrein der Tag. So habe ich das noch nie gesehen.


 

 

 

 

 

 

 

 

Der, den wir anlocken wollen, bleibt uns verborgen und dem, den wir anlocken, schenken wir zuwenig Aufmerksamkeit.


30. März bis 7. April 2012, Ostermarkt am Grazer Hauptplatz.

Kaiser Franz Josef-Kai

Mein täglicher Gang. Morgens - hungrig und erwartungsvoll, abends - satt und zufrieden. Vorbei an den schönen Häusern. In einem wohnte vor Jahrzehnten meine Großmutter Katharina - entstammend einer Grazer Fiakerfamilie. Nicht weit davon eines zum Träumen. Ein verlassenes graues, dem ich ob seiner Traurigkeit zurufe: "Ich komme und werde Deine Wände streiche(l)n. Oben werde ich wohnen und unten werde ich arbeiten. Auf der einen Seite Werkstatt - auf der anderen mein Geschäftchen. Den Schlossberg werde ich stärkend im Rücken fühlen und der

Fluss mit seinen kraftvoll gesäumten Ufern wird mein Herz und meine Augen füllen. Möchtest Du mich denn auch?", frage ich.


 

 

 

 

 

 

 

 

Erotik ist eine große allumfassende Kraft, die sich durch unser ganzes Leben zieht und nicht irgendwann einmal aufhört, und die sich eigentlich nicht in Worte fassen lässt. Hingegen ist Schreiben für mich ein äußerst erotischer Vorgang.


Für Handnäharbeiten brauchte ich dieser Tage einen starken Zwirn. Einen Zwölfer. Von meiner Freundin Erika habe ich einen geschenkt bekommen. Einen besonderen - denn er ist noch auf eine Holzspule gewickelt. Als ich Kind war, gab es nur diese. Meine Mutter hat viel genäht und da hat mir mein Vater zwei dieser Spulen an ein altes Paar Sandalen drangemacht. Ich habe mir drei Röcke übereinander angezogen und mich mit meinen Stöckelschuhen sehr fein gefühlt. Das war in der Buchalkastraße in Kapfenberg. In einem kleinen desolaten Mietwohnhaus, das kein Bad und keine Toilette hatte. Im Winter ist bei tiefen Temperaturen die Tür nicht mehr aufgegangen und im Sommer sind Schwammerl darin gewachsen. Beim Ausmalen hat es meinen Vater elektrisiert. Diese äußeren Umstände hatten jedoch damals für mich keinerlei - absolut keinerlei - Bedeutung.


Ich durfte heute zwei Engeln begegnen. Sie traten mir in Gestalt eines reifenwechselnden Mannes und einer allein durch ihre Gegenwart mein klopfendes Herz beruhigende Frau gegenüber. Wir hatten nicht dieselbe Muttersprache - und sprechen war auch gar nicht vonnöten. Als ich fragte, wie ich mich erkenntlich zeigen könnte, winkten sie mir freundlich zum Abschied. Wahrscheinlich werde ich sie nicht wiedertreffen. Liebes Universum, bitte bestell ihnen noch einmal meinen Dank - diesen Eineweltmenschen.


Letztendlich bleibt uns nichts, als zu jeder einzelnen Falte, jeder Delle, jedem grauen Haar, jeder kahlen Stelle, jedem nach außen hin sichtbaren Zeichen "JA" zu sagen. Schön wäre es, könnten wir sagen: "Du, du reizendes - gänzlich neues, schon bald zum Graben mutierendes Fältchen, ICH LIEBE DICH!" Dass uns dies nicht so schnell gelingen wird, ist durchaus verständlich. Deswegen reicht fürs Erste ein "JA". "Ja, du bist da und du gehörst zu mir!" Das würde reichen, fürs Erste. Leichter wäre es, wenn wir Älterwerdenden solidarisch wären.


... fernes Donnergrollen ... Blütenschnee fällt ...


... Eitelkeiten als Unsicherheiten spüren ...


... wund ... Wunde .. Wunder ... wunderbar ... wund ...


Jeder Einzelne von uns ist Botschafter.


Ich plädiere für Berührung - innen und außen.


Mein Ansinnen ist es,

heute nicht mehr die zu sein, die ich gestern war

und morgen nicht mehr die, die ich heute bin.


Wintermeditation:

Beim Holzhacken die Mitte finden.

Samstagmorgenwintermeditation:

Schneeschaufeln - der Weg ist das Ziel.


Ich möchte mich nicht mehr inszenieren müssen,

sondern nur mehr das sein was ich bin:

DAS KLEINE GROSSE ICH BIN ICH!


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzensbildung ohne Bildung ist besser als Bildung ohne Herzensbildung. Herzensbildung und Bildung ist gut. Jedoch steht an erster Stelle immer die Herzensbildung.