Männer & Frauen

 

Ich glaube, dass da etwas gewaltig schief läuft, zwischen Männern und Frauen. Zuerst gab es die Geringschätzung der Frauen von Seiten der Männer und die darauffolgende Unterdrückung, und jetzt machen es die Frauen nicht anders. Meiner Meinung nach, machen sie es noch schlimmer. Sie beschneiden nicht nur die Männer, sondern auch sich selbst. Der Feminismus ging nicht den Weg der Kommunikation mit dem anderen Geschlecht, er ging den Weg einer weiteren These: der, der Gleichmachung, nicht der Gleichberechtigung! Für mich ist dieses bemühte „Wir sind wie ihr!“ eines der großen Seitenendtäler.

Ich lebe nun schon beinahe 6 Jahrzehnte und was ich inzwischen begriffen habe ist, dass Männer und Frauen absolut nicht gleich sind! Wir haben gleiche menschliche Grundbedürfnisse, das ja, aber wir haben jeweils andere Zugänge zum Leben, wir haben verschiedene Qualitäten und wenn wir uns nicht dagegen wehren, können wir uns optimal voranbringen. Das Anderssein ist doch der Reiz! Plus und Minus ziehen einander an. Unsere Leiber wissen das noch – deswegen gibt es ja das Begehren, die Lust, die Liebe – DAS große Thema in unserem Leben!

Als ich die Verschiedenartigkeit annehmen konnte, kehrte großer Frieden in mir ein ... Versöhnung.

Ich will nirgendwohin zurückkehren. Es geht mir darum, zuzulassen, dass Männer und Frauen in ihrem Wesen verschieden sind, jedoch auf gleicher Höhe stehen, den gleichen Wert haben, dass wir einander ob unserer individuellen Stärken und Schwächen schätzen und lieben. Ich wünsche mir, dass wir aus der Sackgasse zurückwandern und uns auf offenem Feld respektierend begegnen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                    ... transparent werden ...


Von Häutung zu Häutung

 

Im Zusammenhang mit dem menschlichen „Wachsen und Werden“ gefällt mir das Wort „Häutung“ gut. Ich meine das Herauswachsen aus einer alten Haut. Wie bei einer Raupe, die in den verschiedenen Phasen ihrer Schmetterlingswerdung eine neue Haut bekommt, weil sie in die alte nicht mehr hineinpasst. Diese Häutung beschreibt einen naturgegebenen Prozess, eine Entwicklung, die Änderung, Veränderung mit einschließt.

Manche Haut, die ich getragen habe, gefällt mir heute nicht mehr. Im Nachhinein betrachtet, wirkt sie nicht zu mir passend. Zu schrill, zu laut, zu seicht, zu fad ...

Aber damals war sie mein Panzer, meine Burg, mein Schutz. Half mir, mich zurechtzufinden. Das Leben beansprucht und lässt einen dadurch oftmals länger in einer Haut bleiben. So wird sie starrer, fester und es wird schwieriger, aus ihr herauszuschlüpfen. Und dann bricht sie doch irgendwo auf und es schimmert und schillert verlockend. Oder man schreckt sich dadurch gar und flickt die alte schnell wieder zusammen! Doch, wie es halt so ist mit Flickstellen – der Flicken hält, doch daneben ist schon wieder ein Loch und plötzlich geht es ganz schnell und wie bei einer Geburt flutscht man heraus und steht im neuen Gewand da. Gefällt es mir? Nicht immer, aber mit den Jahren bin ich nicht mehr so hart zu mir, hab Verständnis für mich und kann mich so halbwegs annehmen wie ich bin. 


Wenn ich Gedanken niederschreibe, gehe ich immer von mir aus. Ich kann in keines anderen Menschen Leben schlüpfen. Ich kann mitfühlend sein, nachempfinden kann ich auch. Aber mein Gegenüber ist derart komplex, sodass ich niemals vollends sagen kann, wie es ihm geht, was in ihm vorgeht, was es letztendlich im Genauen fühlt, was es braucht, auch wenn wir uns ähnlich, vielleicht sogar sehr ähnlich sind.

Aber an gewisse, für alle gültige, Eckpfeiler im Leben glaube ich allerdings. An ein Gerüst, das unserem Menschenhaus einen guten Stand ermöglicht. Und darauf bauen sich meine Gedanken auf.

Einer dieser Eckpfeiler sind für mich gute Alte. Ältere, alte Menschen, die gerade (auch mit krummem, wehem Rücken) dastehen (auch wenn sie sitzen oder liegen) und einfach durch ihr Sein, Halt geben (auch wenn sie selber der Hilfe bedürfen). Ältere, alte Menschen, die nicht grantig sind ob ihres gelebten Lebens; die Nachsicht haben und nicht vergessen, welche Schlingen der eigene Lebensweg gezeichnet hat; die verzeihen können und lachen und offen bleiben; die nicht mehr jagen, sondern einfach nur sind; die nicht mehr laut sein müssen; die mit wenigen Worten viel sagen können; die ohne jegliche Maske auskommen; die darum wissen, dass der andere nicht man selbst ist; die sehen und annehmen können, wer und was sie sind und wohin sie gehen; die sehen und annehmen können. Menschen wie Bäume, unter deren Krone man rastet, Trost findet, Kraft sammelt, Visionen wachsen lassen kann. 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ehrlich zu sich selbst sein.

 

Neidisch sind nur die anderen.

Tratschen tu ich nicht!!!

Ich bin die Güte in Person.

Von mir kann man alles haben.

Und friedliebend bin ich so und so!

Etc. etc. ...

Dazu kann ich nur sagen: DOCH!!!

Ja, ich bin neidisch, wenn einem anderen etwas leicht zufällt und ich mich so plagen muss, um es zu bekommen und das Ersehnte am Ende doch nicht bekomme. Oder wenn die Gleichaltrige – oder schlimmer noch, die Ältere! - fitter und knackiger ist als ich. Oder, oder, oder ...

Und tratschen tu ich auch! Es gibt durchaus Situationen, in denen man über andere redet, dann beginnt man schlecht über die anderen zu reden und spürt das heimliche Lustgefühl, das in einem aufsteigt, wenn man das tut.

Und gütig bin ich nur so lange, als dass das zur Güte auffordernde Ereignis nur weit genug weg ist.

Und haben kann man von mir längst nicht alles. Vom einen gebe ich vielleicht viel. Aber von manch anderem, wenig bis gar nichts.

Und friedliebend bin ich nur so lange, bis die Pensionistin (dazu muss ich sagen, dass ich das in einem Jahr auch bin, aber Ältere sind ja immer um so vieles älter als man selbst) an der Kasse vor mir beginnt, der Kassiererin von ihrem letzten Arztbesuch zu erzählen und dabei die EinCentMünzen aus ihrem Börserl herauszählt.

 

Es fällt zwar nicht leicht, aber es ist gut, sich auch nicht so Feines an sich selbst einzugestehen. Zu sehen, dass es da durchaus auch diesen dunklen Anteil gibt. Wir sind nicht nur das Eine, sondern immer auch das Andere. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, haben wir auch viel eher die Möglichkeit, nicht so edle Züge an uns in andere Bahnen zu lenken, bzw. können wir mehr Verständnis für unsere Mitmenschen aufbringen. Und wenn nicht, dann zeichnen wir uns zumindest nicht schöner als wir sind. Dann machen wir uns nichts vor.


Überfließende Lilie ... 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken

zum

Älterwerden ...

Vielen sagen, das tut nicht weh. Es stimmt ... aber auch wieder nicht. Irgendwann gibt es eine Auseinandersetzung damit. Sie schließt auch den Gedanken ans Sterben mit ein. Vielleicht ist überhaupt die Angst vor dem Tod, die dem Älterwerden zugrundeliegende. Die Angst, sich aufzulösen, zu verschwinden. Ich habe lange Zeit nach außen hin als jung gegolten. Mit dem Umstand der Weißwerdung meiner Haare, änderte sich dies rasant. Plötzlich war ich unsichtbar. Und das tut weh. Wird in anderen Kulturen das Alter geschätzt und geehrt, so ist es hier bei uns ein Makel. Noch – eine langsame Wende tritt wieder ein.

Ein großer Hemmschuh bei der Aussöhnung mit dem Älterwerden ist die Wirtschaft. Auf jedem Gebiet – der Gesundheit, der Schönheit, der Kleidung – lässt sich für die große Bestimmerin etwas herausholen. Und da das „Altwerden“ schon sehr jung einsetzt und die Alten immer älter werden, findet sich hier ein üppig gefülltes Becken, in dem es sich gut fischen lässt. Und damit dies so bleibt, werden die „Probleme“ des Älterwerdens, des Alterns auch so lautstark und allerorts propagiert.

Es gilt, herauszutreten!

Es gilt, anzunehmen, dass sich unser Körper mit den Jahren verändert.

Es gilt, anzunehmen, dass wir irgendwann sterben werden.

Das ist nicht traurig – traurig ist es nur, wenn wir es nicht annehmen können.

Und annehmen können wir es, wenn wir beginnen zu leben. Wenn wir die Zeit, die uns geschenkt ist, auch „nutzen“. In dem Sinn von, sich zu sich bekennen – selbst zu leben, sich nicht an anderer Hand durch das Leben führen zu lassen, es zu ergreifen, zu zelebrieren, den Augenblick zu schmecken. Nicht in ferner Zukunft zu sein – sondern hier und jetzt. Kein Moment ist so wichtig, wie der gegenwärtige!!!

Von einem lieben Freund hörte ich einmal ein Zitat (ich weiß nicht mehr, von wem es stammt), das prägend für mich war. „DIE NARRENFREIHEIT DES ALTERS.“

Der Hofnarr im Mittelalter darf dem König unverblümt sagen, was er denkt. Die Ehrlichkeit ist sogar seine Aufgabe. Er muss sich in kein Korsett zwängen, sich verbiegen. Diesen Narren sollte man sich in sein Leben holen! In meinem Hofstaat will ich König und Narr in einem sein ... und mag ein anderer auch die Brauen hochziehen, sich um- oder gar abwenden. Es ist mein Leben!

Solange ich mir selbst Respekt entgegenbringen kann, zählt es nicht, was andere über mich denken.


 

 

 

 

Sonntag, 14. Mai ... Muttertag

 

So es denn sein will,

wächst ein Kind im Leib.

Eine freut sich,

eine schreckt sich,

eine hat Kraft,

eine andere, Angst.

Mutter sein ist kein Verdienst,

Mutter sein ist ein Zustand.

Jede macht es so gut, wie sie kann.

 

In Anlehnung an Erich Fried:

Es ist was es ist, sagt die Liebe!


Manchmal, wenn es einem nicht so gut geht, genügt ein Blick zur Seite, oder nach oben, nach unten. Und dann knüpft das beseelte Auge ein Band mit dem Gesehenen, lässt es hinein in die wehe Brust und macht das Leiden geringer.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um uns sind …

Luft, Feuer, Erde, Wasser

Frühling, Sommer, Herbst, Winter

Liebe, Leid, Glück, Schmerz

Sonne, Mond, Tag, Nacht

Ebbe, Flut, Dürren, Quellen

Same, Pflanze, Frucht, Kompost

 

… dies alles ist aber auch in uns selbst,

in direktem oder übertragenem Sinn.

 

Wir sind ein Teil von allem,

aber alles ist auch ein Teil von uns. 


Was man unbedingt im Leben braucht, ist  G E D U L D  ...

 

Geduld mit sich selbst! Es ist gut, sich das alte Sprichwort „Gut Ding braucht Weile“ einzuverleiben. Oder: „Übung macht den Meister“. Manchmal gelingt ein großer Sprung vorwärts, manchmal sind es aber auch nur winzige Schritte. Ab und zu geht es auch zurück. Jedoch kann man auch den Schritt zurück als einen zaghaften nach vor sehen. Auch wenn es langsam geht, so ist es doch ein ständiges Bauen an unserem stabilen Haus. Nicht verzagen, wenn uns dies oder das misslingt, nicht so wird, wie wir es uns vorgestellt haben. Auf ein Neues! Einen neuen Versuch wagen! Und wie mit handwerklichen Dingen – je öfter, bewusster und sorgfältiger ich etwas tue, wird mein Können voranschreiten - so ist es auch mit meinem Seelenleben. Zur Meisterschaft kommt man nicht von heute auf morgen, aber ein stetes Bemühen, diese zu erlangen, gibt einem vom ersten Tag an das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Auch wenn er uns zeitweilig scheinbar in die Irre führt.

Je besser ich mit mir zurechtkomme, umso besser geht es mir auch mit meinen Mitmenschen. Deswegen sehe ich es schlichtweg als Pflicht, sich und seine Befindlichkeiten ernst zu nehmen. 


 

 

 

 

 

Mama strickte gern und viel. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mit ausgestreckten Armen vor ihr saß. Damals gab es die Wolle meistens in Strängen, heute ist es eher die Ausnahme. Aus dem Nachlass meiner lieben Schulfreundin Gitti, bekam ich wunderbare Schafwolle. Mir hilft heute mein 20 Jahre alter Hometrainer. Der ist geduldiger, als ich es damals war. Allerdings muss ich die kreisenden Rundumbewegungen selber machen, die ich als Kind der Mama abnahm.


8. Jänner 2017

Das Jahr ist jung, der fallende Schnee zieht ihm ein weißes Gewand an. Unschuldig ist es und bleibt es, ob es schneit oder hagelt, regnet oder stürmt, ob die Sonne scheint oder hinter Wolken versteckt bleibt. Die Natur ist, wie sie ist. Ohne böse Absicht. Die Wesen in ihr, müssen das annehmen und schauen, wie sie überlebend vorankommen.

Das gilt auch für mich als Mensch. Als solcher habe ich die zusätzliche Aufgabe, mich zu lenken. Ich bin verantwortlich für mein Tun und Handeln in meiner kleinen Welt, die ein Molekül der großen ist. Das neue Jahr - mein neues Jahr - liegt noch blank vor mir. Ob es mir gelingt, ein relativ gutes und dabei "unschuldiges" Leben, ohne böse Absicht zu führen, liegt in meiner Hand.